Jörg Gondermann: Reisen – Denken – Leben


 

ego cogito, ergo sum

Das echte und nachhaltige Erleben von Natur, Landschaft, Kultur und Mensch bereichert mein Leben erheblich.

Mit “echt” meine ich unmittelbar und ausgeliefert. Mit “nachhaltig” meine ich mit möglichst kleinem ökologischen und kulturellen Fußabdruck.

Das heißt: Ich reise zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Für Flug oder Bahnfahrt zum Reisestart oder vom Reiseziel zahle ich eine CO2-Kompensationsgebühr an eine Gesellschaft, die von der Gold Standard Foundation zertifiziert ist (zum Beispiel Atmosfair oder Arktik).

Menschen und Kulturen beobachte ich und ich höre ihnen zu. Ich lehne jede Form von Missionarisierung ab – egal ob religiös, juristisch, ethisch, ökonomisch oder ökologisch. Das heißt nicht, dass ich unkritisch bin.

Das ganz Besondere an allen Reisen ist, dass ich Menschen kennenlerne, die ich nie wieder sehen werde. Aber die in diesen kurzen Augenblicken des gemeinsamen Weges echte Freunde sind.

Auf meinen Reisen erkenne ich, dass das System “Erde” vielfältig, komplex und fantastisch ist. Wir Menschen aber – und auch das lerne ich immer wieder neu – gehen mit ihm um als würden wir wissen was wir tun. Das tun wir aber nicht. Weil unsere Sicht immer nur begrenzt sein kann.

Das zu akzeptieren öffnet meine Sicht. Meine Reisen führen mich in die Welt und dadurch die Welt in mich: 

In Spanien entdeckte ich die Demut vor der Schönheit der Natur für mich. Demut heißt für mich: Eigene Grenzen akzeptieren. Wissend, dass sie nicht die Grenzen allen Wissens und Seins sind und damit ahnend, wie groß Größe sein muss.

In Marokko entdeckte ich den Ort, an dem ich gern sterben würde. Eins werden könnte mit dem ewigen Sein. Das hat mich meine Endlichkeit akzeptieren lassen.

ego cogito, ergo sum. Ich denke, also bin ich. Hat Descartes herausgefunden. Und für mich bedeutet (momentan noch) das theoretische “sein” praktisches “leben”.

Da ich auf meinen Reisen die tiefsten Denk-Impulse erhalte, lautet also mein Motto:

Reisen – Denken – Leben

15 Antworten zu Jörg Gondermann: Reisen – Denken – Leben

  1. Gerd Quiel schreibt:

    Meine Hochachtung!!!
    Viele Grüße
    Gerd Quiel

  2. Reinhard May schreibt:

    Hallo Jörg
    habe gerade deine Seite entdeckt,Hut ab. Ich wußte gar nicht,daß du dir kein Auto für´s Reisen mehr leisten kannst:-)) Bilder sind klasse.

    Gruß dein Jugendnachbar Reinhard May

  3. Thomas Huber schreibt:

    Sei gegrüßt !
    Dein Schreibstil ist genial; schon mal daran gedacht, ein Buch mit Deinen Reiserlebnissen rauszubringen ? ;-)
    Bin neulich i. d. Mittagspause über’s Radreise-Forum auf Dich gestossen – die nächsten Tage habe ich jede Pause überzogen (hab’ ich abends natürlich drangehängt) !
    Deine Bilder sind ebenfalls klasse – hast’n gutes Auge für Motive !
    Gefällt mir alles richtig gut, absolut empfehlenswert !
    Mach’s weiterhin so gut,
    es grüßt Thomas

  4. Susanne schreibt:

    Hallo Jörg!
    Krank im Bett liegen, Dein Blog lesen und durch Alaska und Kanada reisen – Nie war eine Sommergrippe so schön!

    Viele Grüße
    Susanne

  5. Andreas Nützler schreibt:

    Hab deine Seite nach einem Hinweis auf Facebook angeklickt, gefällt mir super gut . Schöne Texte und tolle Bilder . Wenn du mal wieder in ESW bist kannst du ja gern mal auf einen Kaffee reinkommen.(Velo-Mangold).
    Andreas Nützler

  6. Gerda und Hans-Jürgen schreibt:

    Lieber Joerg !
    You are spiderman, schoen, dass es Dich gibt, Du bereicherst die Welt. Viel Gutes fuer Dich.
    herzlich Hans Juergen und Gerda

  7. hannes Jäzosch schreibt:

    hallo, Jörg,
    du hast diesen sommer in unserer biobäckerei im aude angehalten (neben rennes les bains, woher dein foto “la vie est belle” kommt), eine pause gourmande und biocroissants gegessen. so habe ich deine bekanntschaft gemacht, wir haben über die welt, radfahren, doping und das aussteigen geredet. heute bin ich mit dir noch mal nach andalusien gereist, in die gegenden, die ich schon kannte, wunderschön, danke. ich bin immer noch erstaunt, dass die Andalusier ausgesprochen ruhig und freundlich sind, vor jedem zebrastreifen anhalten und überhaupt nicht nervös (im gegeatz zu barcelona………)
    zum aussteigen: wenn man aus dem beamtenleben und beruf austeigt, steigt man woanders ein…..
    aber es gibt auch ein leben vor dem tod und das muss man leben.

    viel glück und spass beim leben.

    Hannes

  8. Manuel schreibt:

    Sag mal Hannes,

    hast du mal dran gedacht, aus deinen Berichten n Buch draus zu machen?
    Unglaublich gute, quatsch – sauguade (wie ma bei uns sagt ;) ) “Geschichten”!
    Respekt!

    Gruß Manuel

    • joeyyy schreibt:

      …ja, habe ich und steht auch für 2012 auf meiner Wunschliste. Ich muss nur noch die Finanzierung klären. Vielen Dank für’s Lob!

      Gruß

      Jörg.

  9. Manuel schreibt:

    Äh, ich meinte natürlich Jörg!!!
    Sorry :)

    Gruß Manuel

  10. anna meyer schreibt:

    “Das echte und nachhaltige Erleben von Natur, Landschaft, Kultur und Mensch bereichert mein Leben erheblich. ..”
    Das ist eine interessante Aussage.
    Bist Du auch in der Lage, Menschen um Dich herum auch anders als nur durch Deine Fotos und Erzählungen zu bereichern? Oder sonnst Du Dich nur in deren Lob und schwebst ansonsten in anderen Sphären?
    Auf Reisen “Freunde” finden ist einfach, aber im Alltag? Für länger und daran arbeiten? Flucht? Wovor…..

    • joeyyy schreibt:

      Hallo Anna,

      Deine Frage hat mich zunächst gar nicht beschäftigt, da ich der falsche Adressat bin. Außerdem erschien sie mir trivial. Dann lief ich eben zwei Runden um den hannoverschen dunklen Maschsee und da beschäftigte sie mich dann doch.

      Und ich merkte, dass sie sehr existenziell ist.

      Wen bereichere ich? Wen bereicherst Du? Wer bereichert wen? Wen kann ich bereichern? Wen kannst Du bereichern? Was ist bereichern? Geht das – außerhalb der Ökonomie – nur gegenseitig?

      Die Philosophen machen es sich manchmal einfach und schauen bei ihren Kollegen oder Vorgängern nach, was die zu solch existenziellen Frage meinen. Ich bin zwar kein Philosoph, aber ich habe mal beim aktuellen Dalai Lama geschaut – ihn halte ich für prädestiniert zur Inspiration in dieser Frage. Er fragt: Was bringt der Mensch mit bei seinem Eintritt ins Leben? Was hinterlässt er, wenn er geht?

      Das müsste doch so in die Richtung Deiner Frage gehen, oder?

      Neben dem Dialog der Religionen und der tibetischen Sache, denen ich nicht so nahe stehe, hat er sich auch der Förderung der menschlichen Werte verschrieben. Und das finde ich gut und dafür stehe ich auch.

      Nun stellt sich natürlich die nächste Frage: Was sind menschliche Werte? Und für wen? Ich will jetzt nicht die Menschenrechts-Charta der Vereinten Nationen durchdeklinieren und schauen, wo ich ihr genüge und wo nicht. Vor allem in Bezug auf mein Umfeld.

      Falls Dich das interessiert und Du die Gedanken zur Präzisierung Deiner Frage und zur Einordnung der Antworten in Dein Konzept nachvollziehen möchtest, empfehle ich die spirituelle Autobiographie des Dalai Lama.

      Ich überspringe jetzt einfach mal seine Gedankenkette insgesamt und meine vom Lauf um den Maschsee und gebe die Frage tatsächlich an mein Umfeld weiter. Vielleicht gibt es ja eine interessante Diskussion hier.

      Gruß

      Jörg.

  11. Lennart schreibt:

    Guten Tag Frau Meyer,

    “Bist Du auch in der Lage, Menschen um Dich herum auch anders als nur durch Deine Fotos und Erzählungen zu bereichern?”
    Daraus, dass es seine “Fotos und Erzählungen” sind, kann man ja logisch schließen, dass es auch sein Handeln ist, das Menschen in seinem Umfeld bereichert. – sonst würde es ja diese “Fotos und Erzählungen” nicht geben-
    Meiner Meinung nach ist dieses Bereichern eher passiv. Deswegen sehe ich den Ausdruck : “in der Lage zu sein jemanden zu bereichern” eher kritisch an. Ich würde eher Fragen: ” Ist es für andere Menschen möglich, sich auch noch anderweitig an Dir (Jörg) zu bereichern?”
    Klar, jeder Mensch ist in der Lage jemanden in irgendeiner Hinsicht zu bereichern. Es hängt aber, wie ich finde, mehr von dem jenigen ab, der sich bereichert fühlt, oder auch nicht. Dies kann man an Diogenes sehr gut erklären, da dieser sich von dem Handeln eines armen Kindes bereichert fühlte. Als Diogenes sah, dass dieses Kind aus den Händen trank und seinen Linsenbrei aus einem hohlen Brotstück aß, fühlte er sich bereichert, weil er von einem Kind in der Genügsamkeit übertroffen wurde. Das Kind hatte aber nicht einmal die Absicht Diogenes zu bereichern aber war trotzdem in der Lage dazu. Und das auch noch unbewusst. Im Endeffekt geht es nicht darum, wer wen bereichert, sondern ob und wie ein Mensch sich bereichert fühlt.
    Als ein Mensch im näheren Umkreis von Herrn Gondermann kann ich Ihre Frage mit ja beatworten, da ich mich an ihm in meinem Leben sehr bereichern konnte, und dies nicht nur durch seine Fotos und Erzählungen. Um das so zu sagen fühle ich mich nicht nur bereichert von ihm, sondern auch positiv geprägt. Es lohnt sich. Gerade, in der Kindheit habe ich mich sehr von ihm und von seinem Handeln bereichert gefühlt und fühle mich immernoch von ihm bereichert.
    Insofern kann ich auch bestätigen, dass er sich nicht in dem Lob anderer sonnt. Falls er dies tut, ist es berechtigt.

    Lieben Gruß

  12. Silke schreibt:

    Hallo Jörg, ein großartiger Blog und mitreißender Stil zu berichten. Danke für das Teilen deiner Gedanken und Erfahrungen.
    Alles Gute für eure Reise nach Kuba, freu mich auf den Bericht….;)
    Lieben Gruß
    Silke

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Log Out / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Log Out / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Log Out / Ändern )

Verbinde mit %s