Mein Tagebuch ist ein treuer Begleiter.
Ich habe hin und her überlegt, ob ich mir ein “iPad” kaufe und das mitnehme – schöne neue Welt: Fotos draufladen, Tagebuch elektrisch schreiben, gleich den Blog aktualisieren, Mails unterwegs empfangen und schreiben, auf Facebook sagen wo ich gerade bin und welches Klopapier ich verwende, und so weiter…
Meine Antwort ist: “Nein!”
Während meiner letzten dreiwöchigen Reise habe ich bewusst keine Nachrichten geschaut, keine Zeitungen gelesen, keine Internet-Cafés besucht und Mails gelesen, keine Zwischenberichte mit Bildern nach hause geschickt. Und was soll ich sagen? Die Konzentration auf das Hier und Jetzt ist nochmal ein Stück größer und intensiver.
Hin und wieder mal abends ‘ne SMS an die Kinder und Freunde geschickt und empfangen – das mache ich schon und das ist auch schön. Zaubert häufig ein Lächeln auf meine Lippen.
Aber sonst bleibe ich bei dem Thema analog.
Vorn auf meinem Papiertagebuch grüßt der “Skating Minister” aus der schottischen Nationalgalerie. Ein Querkopf, ein Nichtangepasster. Wäre ich Minister, wäre ich der “Cycling Minister”. Genauso.
Aber: Himmel, ich und Minister – ich würde diese intrigante und verlogene Mischpoke nicht einen Tag aushalten…
Mein “jBuch” braucht keine Steckdose, es ist immer da, ich finde die Glocke ganz vorn, es hat die Kaffeeflecken aus Schottland auf Seite 3, den Erdnussbutterfleck aus Alaska auf Seite 7 und die Zeichnung meines Sohnes aus Wien auf Seite weißichnicht, da ich gar keine Seitennummerierungen habe.
Durch mein “jBuch” erlebe ich jeden Reisetag zweimal: Einmal, wenn ich darin schreibe und einmal, wenn ich das Gekritzel, Gemale, Gezeichne und Geschmiere zuhause für diesen Blog hier aufbereite.
Genau: Ich kritzel da rein was ich will und kann schreiben, malen, zeichnen, Aufkleber reinkleben, Kaffee reinkippen, Seiten von Frauen küssen lassen, und was weiß ich nicht noch alles.
Für ein iPad müsste ich für jeden der oben genannten Punkte eine App aus dem Netz laden und die dann öffnen, wenn ich sie brauche. Wahrscheinlich gibt es sogar eine Kuss-App.
Aber nee, es gibt Lebensbereiche, da ist analog einfach schöner.




Hi Jörg,
da hast Du ja sowas von völlig Recht mit dem Tagebuch; und wenn Du alle Aufschreibungen im Stil der unteren Abbildung machst, hast Du wahrscheinlich sogar mehr Speicherplatz auf Deinem ‘jBuch’ als das iPad …
Gruß,
Thomas
Genial! Und ich habe mich immer gefragt, wie du die Details alle erst nach deinen Reisen so detailliert blogst. Typisch für dich. – Weiter so.
Fränkyy
Sehr geehrter Herr Gondermann,
Ihre Reisebeschreibung gefällt mir bislang sehr gut!
hps