20. Mai 2009

Anchorage – Palmer – Chickaloon: 135 km, über sieben Stunden Nettofahrzeit, Schnitt 18 km/h.

Tja – nun fahre ich doch direkt über den Glenn Highway in Richtung Tok. Der Denali muss warten, bis ich ihn besteige. Die Leute im Hostel sagen, dass der Denali Highway noch verschneit sei. Und mit meinem Sechzig-Kilo-Gefährt ist das kein Vergnügen, durch irgendwelche Schneewehen zu schieben.

Aus Anchorage mit dem Rad rausfahren ist schon mal das erste Abenteuer. Einen Radweg gibt es – ja. Aber der führt direkt neben der Autobahn lang und die ist extrem laut. Außerdem muss man diesen Radweg auch erstmal finden! Nach dem Ortsausgang Anchorage bin ich erstmal rund drei Kilometer mit den Autos, Trucks und Motorrädern auf dem sechsspurigen Glenn-Highway langgefahren.

Irgendwann wird’s mir zu mulmig und ich fahre eine Einfahrt zum Highway rückwärts hoch, um an einer Kaserne nach dem prognostizierten Radweg zu fragen.

Amis fahren nicht mit dem Rad. Jedenfalls nicht hier. Lance Armstrong kommt aus Texas und nicht aus Alaska. Hier gäbe es keinen Radweg sagen sie. Aber mit etwas Orientierungssinn und nach dem Treffen mit einem Rennradfahrer finde ich den Radweg nach Eagle River und Chugiak.

Insgesamt muss ich jedoch knapp 40 km am (gefühlt) meistbefahrenen Highway Alaskas entlangfahren.

Auf dem Old Glenn Highway

Nach einer zu langen Weile biege ich auf den Old Glenn Hwy ab und ab da ist es ruhiger. Und schöner!

Die Amerikaner haben ja ein Motto: „There’s so much!“

So viel Lanschaft, so viel Platz. Und wenn jemand nicht weiß wohin mit dem Müll, dann eben in die Landschaft. Ich halte auf einer Kuppe des Old Glenn an, um nochmal den Denali zu bestaunen, der von hier in der Ferne zu sehen war. Direkt unterhalb meines Standplatzes sehe ich jedoch, wie man hier Autos entsorgt: Einfach hinstellen. Reste von Motoröl, Benzin, Batteriesäure, bleihaltige Farben – alles wird ins Grundwasser gespült. There’s so much – tomorrow never knows. In Alaska gibt es wohl kein Umweltverträglichkeitsprüfungsgesetz.

F*cking Cars

Ein Gedanke zu „20. Mai 2009

  1. chris

    Hallo Jörg,

    das ist eine tolle Reise und wird ein super Buch. Ich lese gerade…

    Schreib doch statt der Umweltverträglichkeitspfüng „Das Abfallwirtschafts- und Kreislaufgesetz wird hier wohl etwas anders interpretiert“

    Antwort

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