19. Oktober – 4. November 2012: Andalucía

Fakten

Trip: Rad-/Bus-/Bahnreise mit Lennart durch Andalusien

Flug: Berlin – Malaga – Berlin mit Airberlin

Route: Malaga – Marbella – Ronda – Algodonales – Utrera – Sevilla – Lora del Río – Córdoba – Granada – Malaga

Eindrücke

– In Andalusien kann es im Herbst auch schon empfindlich kalt sein. Und wenn es dort regnet, ist es genauso unangenehm wie in allen anderen Teilen der Welt. Bis auf Kuba. Da ist der Regen warm.

– Frisches Obst vom Land und aus dem Land, in dem es wächst, schmeckt einfach unvergleichlich. Wir sollten Orangen, Nektarinen oder Sharon einfach nicht bei Rewe oder Aldi kaufen, um nicht den Geschmack importierten Obstes dem Begriff des Obstes zuzuordnen. Stattdessen gibt es in Deutschland wunderbares Obst, das in Deutschland wächst und in Spanien nicht schmeckt. Zum Beispiel Äpfel.

– In Utrera gibt es ein geniales Fischrestaurant. Leider weiß ich nicht mehr wie es heißt.

– Die Jugendherberge in Córdoba ist klasse. Wir konnten in einem Klosterzimmer schlafen, mitten im Zentrum. Zu sehen, welche Kreativität Menschen entwickeln können, wenn sie sich gegenseitig foltern, ist faszinierend. Zu sehen im Folter-Museum. Direkt gegenüber der Jugendherberge. Foltern war vor fünfhundert Jahren ein probates Mittel, religöse Ansichten zu ändern. In Andalusien vom Judentum zum Christentum und vom Islam zum Christentum. Nachdem die siebenhundert Jahre davor alle drei Religionen eigentlich recht gut nebeneinander existieren konnten. Andalusien war unter arabischer Herrschaft das europäische Zentrum intellektueller Freiheit und religiöser Toleranz. Eine geistige Hochburg im christlichen, von Kreuzzugstimmung und Analphabetentum geprägten Rest-Europa. Und dann kam die Reconquista. Schön nachzufühlen in Córdoba mit der Mezquita und in Granada mit der Alhambra.

– Im Hinterland von Granada trafen wir beim Wandern einen Obdachlosen, der mit seinem Hund in einer Höhle lebt. Daneben heizen junge Kerle mit Motocross-Motorrädern durch die Landschaft und graben Spuren in den Boden, die keiner will. Dekadenz und Bedürftigkeit, wie so oft nah beieinander.

– In Malaga gibt es superleckeres Eis – direkt an der Kathedrale. Und geniale Mandeln. Und fette junge Leute aus Lateinamerika, die wirklich richtig fett sind. Aber die wenigstens noch den Anstieg auf die erste Aussichtsplattform der Festung Gibralfaro schaffen. Wer weiß wie lange sie gebraucht haben. Richtig fett. Uah…

– Mein Fahrrad passt nicht in den Scanner des Flughafens von Malaga. Wir wirkten vertrauenserweckend genug, dass sie das Rad auch ohne Scan in den Flieger geladen haben.

– In Berlin war mein Hinterrad durch den Transport demoliert. Die Schadensabwicklung durch Airberlin war – diplomatisch ausgedrückt – der letzte Scheiß. Never ever Airberlin. Erst nach dutzenden Mails, Briefen, Facebook-Einträgen und ungefähr sechs Monaten reagierte die Gesellschaft mit einer Entschuldigung. Dabei stellte ich im Internet fest, dass ich bei weitem kein Einzelfall bin. Obwohl Airberlin mir das geschrieben hat. Luschen.

– Fazit: Wenn Knie wehtun und deshalb nicht so viel geradelt werden kann wie geplant, dann gibt es ja noch die Kultur. Und die ist ja dann doch auch faszinierend. Welche Erkenntnis! Wo wir sonst eher zwischen den Orten in der Natur Eindrücke und Erlebnisse sammeln, waren es diesmal eher die Orte selbst und ihr Erbe, das uns zu denken und zu lernen gab. Anders halt, genauso gut.

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