Sonntag, 8.2.2015: Mit den Touris in Semuc Champey

Wenn es um Pauschalbuchungen geht, bin ich ja immer ein wenig skeptisch, besonders in Flores nach meinem Tikal-Erlebnis. In den Touristenorten ist man ja schnell als Tourist erkannt und das setzen einige Einheimische mit einem Geldautomaten gleich.

Insofern überlege ich zweimal, als ich das Pauschalangebot Semuc Champey für 185 Quetzales lese. Es ist allerdings kein windiger Bauernfänger, der mir das Angebot unterbreitet, sondern eine Angestellte des Hostels hier. Alles ist drin: Hinfahrt, Programm, Eintritt, Rückfahrt. Ich brauche mich um nichts zu kümmern. Das finde ich auch mal ganz herrlich.

Die anderen jungen Leute aus dem Hostel sind ganz scharf darauf, auf dem Lastwagen hinten auf der Ladefläche im Stehen mit zu fahren. Ich habe in den Bergen gesehen, wie die Straßen sind und wie die Einheimischen auf den Ladeflächen hin und her geschaukelt werden. Also steige ich ruhig und gelassen und zufrieden auf einen der Sitze in der Fahrerkabine.

Nach einer Stunde Fahrt auf übelst verblockter Waldpiste kommen wir im Naturpark an. Die beiden Reiseleiter sind Einheimische und gut drauf. Sie weisen auf alle Möglichkeiten hin, Spaß zu haben aber eben auch auf die Gefahren dazu. Sie merken auch sehr gut, wann sich Menschen dem Gruppenzwang hingeben.

Mein Spaßfaktor ist an diesem Tag jedenfalls sehr hoch. Ich mache alles mit, was die beiden Reiseleiter zeigen.

Ich springe von einer Schaukel mit locker zehn Meter langen Seilen mit Schwung und Salto in den Fluss, ich robbe mit Kerzen in den Händen durch eine Höhle, besteige einen Mirador (einen Aussichtspunkt) hundert Meter über dem Fluss, rutsche im Fluss selbst von einem Bassin in das nächste, lasse mich auf aufgeblasenen LKW-Reifen über den Fluss treiben und habe einfach Spaß. Mit der Natur, mit den Leuten hier, mit den Herausforderungen. Ich bin Teil einer Truppe mit Leuten aus Kanada, Deutschland, Holland, China, den USA. We have fun. Just like that. Sogar Luke von Vancouver Island, der nach einer zehnjährigen Beziehung zum Vergessen hier ist, findet ein paar mal sein Lächeln wieder.

Ich überlege, ob ich nicht noch einen Tag in Lanquin bleibe. Ich muss ja nicht heute entscheiden. Mañana.

3 Gedanken zu „Sonntag, 8.2.2015: Mit den Touris in Semuc Champey

  1. Tersteegen

    Deine Berichte bringen mich in Versuchung, Guatemala noch einmal zu besuchen… Ich bin hier 1993 gewesen, als Rucksack-Touri, und Deine Schilderung weckt in mir viele Erinnerungen, ich weiß noch nicht, ob ich den Mut habe, das auch mit dem Fahrrad zu versuchen, es wird noch ein paar Jahre dauern, bis ich mich wieder aufmachen kann.
    Danke für Deine Berichte, in denen ich vieles von den Menschen wiederfinde, die ich auch vor über 20 Jahren dort getroffen habe.

    Antwort
  2. Oliver

    Danke, danke, wieder ein schöner Bericht. Insbesondere die Portraitaufnahmen haben es mir angetan. Weiter so!

    Antwort
  3. Oliver

    Danke für die neuen Einträge! Schöne Bilder, nette Geschichten. Insbesondere die Portraitaufnahmen gefallen mir. Argentinien… das sollten Sie sich wirklich überlegen. Gastfreundliche Menschen, eine Weltstadt (Buenos Aires), faszinierende Natur. Mir dem Rad sicher fantastisch.

    Antwort

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s