27.9.2015: In Belgien gibt’s gar keine Fritten, dafür Döner und Reis mit Camembert

Ach du meine Güte, ist das kalt nachts. Ich habe nur meinen 500-Gramm-Schlafsack eingepackt, lege noch meine Regenjacke drüber und mir die Kapuze über den Kopf. Die Beine ziehe ich an und binde das Fußende ab. So wird mir wieder warm.

Mein Tacho zeigt eine Tiefsttemperatur von vier Grad im Zelt an.

Draußen ist es zwar hell, aber neblig. Die Sonne ist irgendwo über dem Nebel. Damit habe ich natürlich nicht gerechnet: Es ist gar nicht so lange hell wie sonst im Frühjahr oder Sommer. Und die in der Wettervorhersage versprochenen Temperaturen von über zwanzig Grad liegen zwar an, aber nur mittags gegen zwei Uhr für zirka zehn Minuten.

Davor und danach ist es kalt.

Egal, rauf auf’s Rad und losfahren. Warmfahren. Warmbleiben.

Langsam kommt die Sonne durch und ich ziehe eine Schicht nach der anderen aus.

Es geht immer an der Maß entlang, durch Industrie-Orte, durch Fabriken, durch Stahlanlagen. Es geht nicht entlang an Bäckereien, Cafés, Pommes-Läden. Dafür immer wieder Döner-Buden.

Auf einem Flohmarkt esse ich ein Baguette, was lecker ist. Ansonsten ernähre ich mich von meinen mitgenommenen Nüssen. In Frankreich werde ich die Vorräte dann wohl wieder auffüllen können.

Abends bin ich dann schon in Frankreich, koche mir Reis mit Camembert. Man mag es nicht meinen, aber es ist lecker. Was vielleicht auch an meiner allgemeinen Unterzuckerung liegt. Meine Beine sind leer wie eine Tonerpatrone im Büro, wenn man den Drucker am dringendsten braucht. 115 Kilometer, gute fünf Stunden reine Fahrzeit, knapp 600 Höhenmeter stehen auf der Uhr und zeigen an, warum das so ist.

Jetzt habe ich mein Zelt auf einer Kuhwiese aufgestellt, die Abendsonne wärmt mich noch ein wenig, bevor sie dann untergeht und der aufkommende Nebel mich ins Zelt schickt.

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