1.-3. Oktober 2016: Was ist das Smartphone unterwegs wert?

Auf dem Weg durch die Toskana nach Rom denke ich nochmal über meinen Ruhetag auf dem Zeltplatz nach.

Ich kam auf dem Zeltplatz in der Toskana an und sah ein Angebot zum kostenlosen Nutzen des Internets. Eine bestimmte Menge an Kilobyte könnte ich nutzen, wenn ich mich mit meinem Facebook Konto anmelde.

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26.-30. September 2016: Gedanken in der Toskana und auf den Spuren der Eroica

Italien und der Straßenverkehr

Die Jungs und die Mädels hier fahren schon ganz schön knapp. Das muss ich echt sagen. Wenn ich so auf einer normalen Landstraße fahre und die Italiener mich überholen, dann ist das teilweise schon ganz schön eng. Wenn genügend Platz ist, dann sind die Leute hier aber auch sehr freundlich, halten genügend Abstand, blinken links, blinken rechts, alles in bester Ordnung. Insgesamt fühle ich mich schon einigermaßen sicher hier auf den italienischen Straßen.

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13./14./15.10.2015 – Ankunft in Santiago, die letzten Tage in Madrid und die Frage nach der Suche

Heute spielt das Wetter mit. Sonne und Wolken wechseln sich ab. Bergauf und bergab auch. Gegen 19 Uhr komme ich in Ponferrada an und miete mich in ein „teures“ Hostel ein: 12 Euro die Nacht. Ich erlebe, worüber viele Peregrinos klagen: Lärm und Gestank. Ich schlafe mit einem laut schnarchenden Spanier und zwei Argentiniern, die ihre Schuhe und Strümpfe irgendwo unters Bett geschoben haben, auf dem Zimmer. Wegen des Straßenlärms hat einer von denen die Fenster geschlossen. Zum Glück liege ich am Fenster und öffne es. Meine Wachsstöpsel habe ich wegen des Schnarchens sowieso in den Ohren, so dass ich den Verkehrslärm nicht höre. Ich schlafe mit der Nase am Fenster ein.

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11./12.10.2015 – Von irgendwo in den Bergen in ein Kloster und dann weiter nach León oder: Das Nichts kann es nicht geben

Ach, es ist Samstagnacht und in irgendeinem kleinen Dorf in der Nähe spielt die Kapelle so laut sie kann. Und sie kann laut. Ich dachte, es sei beschaulich hier. Das hatte ich jetzt doch schon öfter: Einen idyllischen, netten Platz und dann, Samstagabend, geht die Post ab. Das heftigste war mal ein Lager an Elbe, als sich die nahe Scheune als ein Rockertreff herausstellte und die Jungs mit Harleys, Kutten und allem Tamtam richtig Party machten. Da konnten dann auch die Ohropax höchstens noch das Schlimmste lindern. In Österreich war das auch so, als ich am Inn zeltete und auf der anderen Flussseite ein Mini-Oktoberfest mit Rumtata-Musik gefeiert wurde. Das war dann nicht nur von der Lautstärke her grausam. Na ja, jetzt höre ich Discomusik, wärme mir meine kleinen Schlafhelferlein aus Wachs in der Hand vor und versiegele dann damit meine Gehörgänge.

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10.10.2015 – von Logroño in Richtung Westen oder: Wie Speichen klingen müssen

Um Punkt sechs Uhr geht das Licht an und als erstes sind die Koreaner aus den Betten. Die sind sofort hektisch und so komme ich gar nicht erst auf die Idee, noch weiter zu schlafen. Draußen ist es allerdings kalt und dunkel. Um sechs Uhr drei kommt die Herbergsmutter ins Zimmer, um zu schauen, ob auch alle wach sind. Ich habe keine Lust auf Warteschlangen vor dem Klo und bleibe noch liegen bis ich dann um halb sieben höflich und freundlich aufgefordert werde, nun auch endlich aufzustehen. Und mit mir die Italiener und die Franzosen. Wir blinzeln uns verstehend zu und werden langsam wach. Was für ein Gewusel im ganzen Haus. Ich nehme mir vor: Heute Abend schlafe ich wieder im Zelt.

Als ich mein Rad packe, merke ich, dass eine Speiche gerissen ist. Shit. Felge nicht verzogen, gutes Zeichen. Somit wird sich meine Weiterreise verzögern. Denn… Tataaa! Meine Ersatzspeichen liegen zuhause, ich wollte ja nicht durch die Sahara fahren. Somit stehe ich um Punkt acht Uhr vor einer verschlossenen Herberge und dann bis Punkt zehn Uhr vor einem verschlossenen Fahrradladen.

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9.10.2015 – Von Pamplona nach Logroño oder: El peregrino Jorge

Das Frühstück ist einfach und gut. Es ist etwas besonderes, mit Menschen am Tisch zu sitzen, die einander so fremd sind doch eine Idee teilen. Buon Camino!

Da ist ein Franzose, dem gekündigt wurde und der die freien drei Monate wandern will. Und da sind drei Spanier, die auch mit den Rädern fahren, welche allerdings in zweifelhaftem Zustand sind. Sie fahren einfach los.

Pamplona ist ein populärer Startort. Auch wenn alle hier zu sich finden oder sich besinnen wollen, irgendwie habe ich den Eindruck, dass sie das dann aber eben auch schnell wollen.

Na ja, um halb neun in der Früh muss ich draußen sein – es wird ein schöner Tag heute, sagen sie.

Kalt ist es, ich fahre bei vier Grad los und ziehe mir alles an, was ich habe. Aber die Sonne kommt raus, es geht erst mal bergauf und mir wird schnell warm.

Das ist jetzt spanische Provinz hier. Braunes Land, in allen möglichen braunen Schattierungen. Und sanfte Hügel, gepaart mit hin und wieder steilen Bergen und schroffen Abrissen.

Gegen Mittag ist es dann richtig schön. Die Sonne scheint vom wolkenlosen Himmel und heizt die Luft auf, die nach den kalten Tagen der letzten Woche endlich mal wieder an meinen nackten Armen und Beinen entlang streicht.

Nachdem ich auf den ersten 30 Kilometern schon über 500 Höhenmeter gesammelt habe, beschließe ich, mich ein wenig an die Region und die Pilgerer zu adaptieren und bergauf zu schieben. Ja, und langsam zu schieben und jede Steigung zu schieben. Die verkehrsarmen Sträßchen laden auch dazu ein.

Bergab allerdings geht’s dann mit bis zu 80 Sachen runter und mein Gepäck wird vom Rad getragen. Diesen Vorteil gegenüber meinen wandernden Genossinnen und Genossen gebe ich nicht ab.

 

 

Mein Etappenziel ist Logroño nach rund 100 Kilometern. Normalerweise ein lockeres Ziel, aber die Sonne und die Berge zehren ganz schön und so komme ich ziemlich fertig in der Hauptstadt der Weinregion Rioja an und schnappe mir das letzte freie Bett in der städtischen Pilgerherberge. Das kostet sieben Euro und es ist warm nachts und ich kann duschen und in einer Gemeinschaftsküche kochen. Das Zimmer teile ich mir mit rund 30 Koreanern, Italienern, Amerikanern, Franzosen, Slowaken und Engländern. Keine deutsche Stimme, was mich schon fast stutzig macht.

Um halb zehn schließt die Küche, um zehn geht das Licht im Haus aus und die Tür der Herberge wird verschlossen. Wer dann nicht drin ist, bleibt draußen – bis morgen früh um sechs. Ganz schön rigoros hier. Und um acht Uhr morgen früh müssen alle das Haus verlassen haben.

Wieder beschleicht mich das Gefühl, dass hier eine gewisse Eile um mich herum wirkt. Die mediterrane Lockerheit bleibt bei der Besinnung wohl außen vor. Und auch unterwegs in den ganzen kleinen Orten stehen die Pilger ungeduldig in den Schlangen an den Stempelstellen und lassen sich die Stempel in ihre Büchlein drücken. Für diese Herberge heute muss ich mir auch so ein Büchlein, ein Credencial de Peregrino kaufen, da ich ansonsten kein Bett bekommen hätte.

Einfach nur pilgern, ohne Bescheinigung? Geht wohl nicht. Na egal, jetzt habe ich auch einen Stempel und bin offizieller Pilgerer. Und liege um die offizielle Pilgerzeit im Pilgerbett und beeile mich, schnell einzuschlafen. Bloß keine Ruhe, wer rastet, der rostet. Selbst im Schlaf.