Tag Archives: Holland

2. – 5. Oktober 2014: Deutsche Einheit in Holland

Eigentlich wollen wir zu dritt Abschied radeln: Leo, Nils und ich von Amsterdam nach M├╝nster, wo der J├╝ngste┬áab Montag studieren will. Das Einheits-Wochenende ist pr├Ądestiniert f├╝r eine solche Tour: Raus aus Hannover, wo die zentralen Feiern zur Einheit dieses Jahr statt finden.

Geplant haben wir das jetzt schon ein paar Wochen im Voraus: Vater und S├Âhne nochmal alle zusammen eine gemeinsame Tour fahren. Dann wird Leo krank und Nils und ich radeln allein. Schade, aber nicht zu ├Ąndern.

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8. – 11. September 2013: Rhein IV – von Duisburg zur M├╝ndung und Amsterdam

Ich bin kein 68er sondern ein 74er.

Als Gerd M├╝ller in M├╝nchen das Zwei-Eins schoss und Sepp Maier in der zweiten Halbzeit mein erster Held wurde, dachte ich erstmals politisch. Der Begriff der Nation war f├╝r mich als 13-j├Ąhriger erstmals greifbar.

Alle, die bei meinem Onkel das Spiel sahen, egal wie alt sie waren, freuten sich weil sie Deutsche waren. Und ich auch. Und irgendwie hatte ich das Gef├╝hl, dass sich alle besonders toll freuten, weil “wir” Holland geschlagen hatten.

Holland. Bis dahin war das ein kleiner Fleck im Atlas, links oben von Deutschland. Ab 1974 war es der Inbegriff des “Erzrivalen”, was sich 1990 im Achtelfinale noch verst├Ąrkte.

Das holl├Ąndische Wohnwagenklischee wurde f├╝r mich auf meiner Raddurchquerung S├╝dfrankreichs zu einer unangenehmen Wohnwagenwirklichkeit – auf den Stra├čen und auf den beiden Campingpl├Ątzen, die ich besuchte. Fortan campte ich bis Italien wild, um den Holl├Ąndern zu entgehen.

Ich mag Berge und T├Ąler, Qual beim Anstieg und Tempo auf der Abfahrt. Holland ist flach.

Ich wei├č, dass die deutsche Sprache in den Ohren von Franzosen oder Spaniern hart und furchtbar klingt. Die Sprache der Holl├Ąnder h├Ârt sich f├╝r mich aber an, als h├Ątten sie alle Dauerhusten.

Wenn Holl├Ąnder mit Deutschen diskutieren, dauert es meist nicht lange, bis die Historie zwischen 1939 und 1945 zur Sprache kommt und einseitige Vorw├╝rfe zu h├Âren sind.

Kaum ein Grund also f├╝r mich, jemals nach Holland oder zu den Holl├Ąndern zu fahren.

Noch nicht mal, um es nochmal zu sehen, bevor der Klimawandel die Welt in drei├čig Jahren enthollandisiert. Meine Enkel k├Ânnen dann bei Wikipedia ├╝ber das eigent├╝mliche Land lesen, ich brauche ihnen nicht mal was dar├╝ber erz├Ąhlen.

Bl├Âd ist nur, dass der Rhein durch Holland flie├čt. Und dass ich mir in den Kopf gesetzt Continue reading