Tag Archives: Costa Rica

Samstag/Sonntag, 28.2./1.3.2015 – Ruhetag in Manzanillo/Costa Rica und dann nach Changuinola/Panama: Endlich wieder raus hier!

Eigentlich will ich losfahren. Es ist jetzt kurz nach neun und es regnet in Strömen. Ich hatte gestern abend meine Sachen gewaschen und aufgehängt. Die sind jetzt nass. Ich habe schon schlecht geschlafen, weil die fetten Regentropfen auf dem Blechdach mein Schlafzimmer zum Inneren einer Trommel gemacht haben. Aber gerade hört es auf zu regnen, es weht ein lauer Wind und die Sonne zeigt sich hin und wieder mal. Ich hoffe, dass der Tag doch noch schön wird. Wird er, aber erst ab 12 Uhr mittags.

 

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Freitag, 27.2.2015: Von Westfalia nach Manzanillo oder warum man sich selbst nur selten findet, Langusten hingegen öfter

Genussradeln ist angesagt, am Atlantik entlang, 70 Kilometer in gut drei Stunden. Läuft!

Am Ende Costa Ricas sammeln sich die Esoterikerinnen und Gurus Nordamerikas, in einer Sackgasse, an deren Ende ein kleiner Ort namens Manzanillo liegt. Hier gibt es Wellness-Oasen, Tantra-Tempel und Wiedergeburtshebammen. Selbstfindung ist seit Jahren ein Renner. Aber warum suchen Menschen offensichtlich erstmal andere Menschen und fahren an andere Orte, um sich selbst zu finden?

 

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Donnerstag, 26.2.2015: Von Chilamate zu Luís nach Westfalia am Atlantik

Am Anfang genussradel ich durch die Gegend, was aber nach rund 20 Kilometern wieder in Anstrengung mündet. Mein Ziel ist Puerto Limon und dann die Küstenstraße runter nach Panama. Doch um nach Puerto Limon zu kommen, muss ich rund 100 Kilometer über eine der Hauptverbindungsstraßen zwischen San Jose und dem wichtigsten Handelshafen des Landes fahren. Und da ist die Hölle los. Da werden von den Tico-Lastwagenfahrern keine Gefangenen gemacht. Ein Einheimischer, mit dem ich in La Fortuna über meine Reiseroute sprach, sagte mir, dass auf der Strecke regelmäßig Radfahrer überfahren würden, da die Carretera eng und uneinsehbar sei.

Mir bricht kein Zacken aus der Krone, wenn ich also nochmal 100 Kilometer mit einem Bus fahre. Als ich mittags auf die Carretera 32 treffe, befindet sich genau an der Kreuzung eine größere Busstation. Der nächste Bus nach Puerto Limon fährt in einer halben Stunde. Das ist ein wirklich großer Bus. Mein Fahrrad kann ich aufrecht in den Gepäckraum stellen und ich selbst nehme in einem Luxussessel platz. Aus meinen Erfahrungen in Mexico habe ich gelernt und nehme meine Fleecejacke mit ins Businnere. Die Klimaanlage läuft auf Hochtouren und kühlt die Luft soweit runter, dass selbst ich anfange zu frösteln.

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Dienstag und Mittwoch, 24./25.2.2015: Von der Laguna Arenal über La Fortuna nach Chilamate – oder: Warum Frau Haderthauer in Costa Rica noch Ministerin wäre

Die Kaffeegeschäfte laufen nicht so gut für Costa Rica, erzählt mir Jorge beim gemeinsamen Frühstück in seinem Café. Die Chinesen, die immer größere Teile des Weltmarkts mitbestimmen, wollen italienischen Kaffee von Illy. Illy kauft den Kaffee in Costa Rica und lässt ihn sogar teilweise hier rösten, weil es billiger ist als in Italien. Dann wird der Kaffee nach Italien verschifft und von dort nach China verkauft und weitertransportiert. Wer die Marke hat, hat den Markt. Die Wertschöpfung findet natürlich in Italien statt und nicht in Costa Rica. Mit den Bananen und dem Zucker ist es das Gleiche.

Die Kaffee-Röst-Saison ist jetzt vorbei, Jorges Rösterei ist gerade vollkommen gesäubert. Um überhaupt Kaffee exportieren zu können, muss er schon sehr gut sein. Und aus dem Export erlösen die Röstereien natürlich wesentlich mehr Geld als aus dem Verkauf im eigenen Land. Das erklärt, warum es in Zentralamerika zwar sehr guten Kaffee gibt, aber nicht zu kaufen und nicht zu trinken. Hier, in seinem Café bietet Jorge allerdings seinen eigenen, guten Export-Kaffee an und der ist lecker. Ansonsten trinkt man hier gerne den Instant-Kaffee von Nestlé. Das ist so als würden wir in Deutschland das beste Bier der Welt brauen und exportieren und selber nur irgend eine holländische Plürre trinken. (Anmerkung: Ich mag Holland und die Holländer/innen. Nur in Punkto Fußball und Bier haben wir unterschiedliche Auffassungen, was in guten Disputen durchaus spannend ist.)

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Montag, 23.2.2015: Von La Cruz zur Laguna Arenal – oder: Wie Russen in Costa Rica Geld verdienen

Um acht Sitze ich wieder am Mirador, genieße die Aussicht und bestelle mir mein Frühstück. Toast mit Marmelade, schwarzen Kaffee. Etwas anderes will ich nicht mehr haben.

Frühstück mit Blick vom Mirador auf den Pazifik Frühstück mit Blick vom Mirador auf den Pazifik

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Sonntag, 22.2.2015: Von der Isla Ometepe in Nicaragua nach La Cruz in Costa Rica

Der Ruhetag auf der Insel hat gut getan. Vor allem auch das etwas kühlere Wetter und der frische Wind. So schwinge ich mich auf mein Rad und fahre runter zum Hafen. Vorher kaufe ich noch ein Glas Honig, der von der hiesigen Kooperative geschleudert wurde.

Die Fähre schaukelt heute weniger heftig als vorgestern. Dafür sind die beiden Kapitäne umso heftiger. Die Metall-Silhouette einer sparsam bekleideten Frau winkt ihnen vom Fenster der Kapitänskajüte aus im Takt der Wellen zu. Dieses Winken scheint zu hypnotisieren, jedenfalls haben sich die beiden Jungs während der knapp einstündigen Überfahrt locker zwei mal abgewechselt, damit immer einer auch schlafen und von winkenden Schönheiten träumen konnte.

 

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